Tüddis Ellenbogen

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Die Behandlung
Infos zur Goldakupunktur
TA Erhard Schulze in Kamen

Vorgeschichte

Herrn Tüdfrieds Ellenbogen sind leider nicht so prima geraten. Dafür sind wenigstens die Hüften ziemlich ok (auch wenn er von hinten beim Traben manchmal etwas schwul wirkt - das hat ja mit den Knochen nix zu tun *grins*)

Die Geschichte mit den Ellenbogen ist eher per Zufall (oder per Unfall) herausgekommen. Im Januar 2002 wurde er auf unserer Lieblings-Hundewiese an der Ruhr von einem miesgelaunten, unerzogenen Dobermannrüden von hinten überfallen und dabei aufs heftigste ins Ohr gezwickt. Da ein Stückchen herausgebissen war und es sehr stark blutete, sind wir zum Tierarzt gefahren. Natürlich Sonntags morgens, wann sonst...
Seitdem heißt er übrigens auch mit Spitznamen Evander Holyfield *grins*, aber ob der Dobi Tyson hieß, habe ich nicht mehr herausbekommen können, da Hund und Herrchen schleunigst das Weite gesucht haben. Nett, nicht wahr? Ich mag solche Zeitgenossen wirklich sehr - und der Hund kann wie immer am wenigsten dazu. Naja, aber wie meine liebe Mutter immer sagt: wer weiß, wofür es gut ist...

Da Herr Tüdfried aufgrund der Größe der Wunde und durch seine Zappelei (wer läßt sich schon gern bei vollem Bewußtsein eine Zierstickerei ins Öhrchen machen) die Behandlung sabotierte, mußte er in Narkose genäht werden. Und weil er eh einmal so schön schlief, habe ich darum gebeten, daß er auch gleich geröntgt wird. Hüften und Ellenbogen, der Vollständigkeit halber. Und dann kam's...

Einen richtigen Namen in der Fachsprache hat das wohl nicht, was er da hat.

Es gab offensichtlich (vor meiner Zeit, da sich dies zwischen dem dritten und siebten Lebensmonat abspielt) ein verzögertes Längenwachstum von Elle oder Speiche, dadurch Fehlstellung, Druckveränderung und Irritation im Gelenk. Das hat eine genetische Disposition, d.h. es kann nicht ausgeschlossen werden, daß zumindest die Veranlagung dazu vererbt wird. Falsche Ernährung in der Hauptwachstumsphase wird aber das ihrige dazugetan haben. Vielen Dank auch, Frau Vorbesitzerin!

Die Teile passen einfach nicht so aufeinander, wie sie von Natur aus gedacht sind. Es "schubbert" halt irgendwie schräg aneinander.
Er hat deshalb bereits beidseitig Arthrose im Ellenbogengelenk.

Arthrose ist die Bezeichnung für eine degenerative Gelenksentzündung. Das bedeutet, daß sich anfangs der Gelenkknorpel zurückbildet. Im Verlauf der Erkrankung kommt es aber auch zur Veränderung des Knochens. Dies ist mitunter eine durchaus schmerzhafte Angelegenheit.

Um Tyras schmerzfrei zu bekommen, hätte er eigentlich bis an sein seliges Ende Schmerzmittel bekommen müssen (die ja bekanntlich alles andere als nebenwirkungsfrei sind).

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Die "sanfte" Alternative schien da umso sympathischer:

Goldakupunktur.

Am 18.07.2003 waren wir bei TA Erhard Schulze in Kamen. Unsere "alten" Röntgenbilder haben wir mitgenommen und dort besprochen.

Für den 24.07.2003 hatten wir nun einen Termin, um Herrn Tüdfried vergolden zu lassen. Glücklicherweise für mich medizinisch Ungebildete hatte Anita sich bereiterklärt, mitzufahren, um sich alles zu merken und mir nötigenfalls hinterher oder zwischendurch in verständlichen Worten zu erklären (war auch eine prima Rückenstärkung für mich, ist ja doch aufregend, so ein Termin). Im übrigen war keine Übersetzungsarbeit durch Anita vonnöten, da Herr Schulze alles sehr verständlich erklärt hat ;-)

Er hat bei diesem Termin erst nochmal eigene Röntgenaufnahmen gemacht, um zu schauen, ob es denn auch wirklich nötig ist.

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Hier die Röntgenbilder "vorher"

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Rechte Seite (draufklicken für große Ansicht)

Die haben wir natürlich auch besprochen. Soooo schlimm sei das alles noch nicht, sagte der Tierarzt, das könne auch noch auf sich warten lassen, bis er richtige Probleme bekommt und richtig böse Schmerzen. Das fand ich übrigens sehr fair, denn ganz billig ist der Eingriff nun auch nicht (aber günstiger, als wenn ich mir etwas aus 24 Karat Gold für um den Hals zu hängen gekauft hätte *grins*). Aber die Arthrose war schon zu sehen und geht ja auch nicht wieder weg. Das wird höchstens schlimmer. Also warum darauf warten, daß er irgendwann richtige Probleme damit bekommt, die eh so sicher sind wie das Amen in der Kirche? Ich habe höchstselbst entschieden, daß es gemacht wird, auch wenn es vielleicht eher prophylaktischer Natur ist - vor allem, wenn man schon so viele "richtig schlimme Fälle" gesehen hat wie Tierarzt Schulze und sein Team...da wirkte Herr Tüdfried ja wie ein pumperlg'sunder Springinsfeld!

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Hier die Röntgenbilder "nachher" - die kleinen "Stippen" im Bild sind die Goldstückchen.
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Die Behandlung

Tyras (der das erste Röntgen übrigens nur murrend und knurrend hingenommen hat - aber so kennen wir ihn ja *grins*) wurde für den Eingriff in Dämmerschlaf versetzt. Es ist keine Vollnarkose dazu nötig, das war mir sehr wichtig, denn Doggen und Vollnarkose...also, mir ist da schon immer ein wenig mulmig. Aber so war es prima.

Der eigentliche Eingriff ist ganz einfach erklärt (wobei der Tierarzt übrigens während der ganzen Behandlung alles erklärt hat, was er gerade macht).
Erstmal wurde die betroffenen Stellen um das Gelenk herum rasiert (also bei Ausstellungshunden den Termin passend vor die nächste CACIB legen *grins*)
Dann wurde eine etwas dickere Kanüle angesetzt und in das Gewebe eingestochen. Das Geräusch ist übrigens nicht sehr schön...
Mittels Pinzette wurden die kleinen Golddrahtstückchen, die man oben auf den Bildern gut erkennen kann, in die Kanüle fallen gelassen und durch etwas schütteln und nachstochern (man entschuldige bitte meine laienhafte Wortwahl) an die richtigen Stellen gebracht. Das ganze pro Gelenk an fünf Stellen, außen und innen um das Gelenk herum. Die Stückchen verbleiben dort bis an Tyras' Lebensende - eben eine Dauerakupunktur. Dauerhaft schmerzfrei!

Nach Aussage von Tierarzt Schulze hat er bei Ellenbogen eine Erfolgsquote von 93%, bei Hüften immerhin von 97%. Dann wollen wir mal hoffen, daß wir dazugehören...

Nach dem Eingriff gab es eine angepaßte "Hallo-Wach"-Spritze. Wir hatten eine Decke ins Wartezimmer gelegt bekommen und bei Kaffee abgewartet, bis er wieder ganz beieinander war. Was übrigens relativ schnell ging - vielleicht 10 oder 15 Minuten - das mag aber auch an der hübschen schwarzen Doggenhündin gelegen haben, die nach uns dran war...da mobilisiert man als stattlicher Bursche ja doch ein paar Kräfte ;-)

Tyras ist auf seinen eigenen (nunmehr vergoldeten) Beinchen aus der Praxis marschiert, als ob nichts gewesen wäre. Das ganze hat eine gute Stunde gedauert (wobei das "Drumherum" noch am längsten dauert - das Gold ist innerhalb von 10 Minuten da, wo es hinsoll...)

Heute, einen Tag nach dem Eingriff, haben wir durchaus das Gefühl, als ginge es ihm besser. Er wirkt irgendwie sehr fröhlich und hopst herum wie ein junges Fohlen. Und das, obwohl es ihm ja nie merklich (!) schlecht ging. Und er ein eher leichter Fall ist.

Nächstes Jahr gehen wir auf jeden Fall zum Nachröntgen. Tierarzt Schulze sammelt Daten von seinen Patienten, wo er sie bekommen kann, also müssen wir das unterstützen. Wir waren übrigens Nummer zweitausendsechshundertirgendwas...falls jemand fragt, welche Erfahrung der Tierarzt damit hat...

Ach so, und die Röntgenbilder hat er uns freundlicherweise auch digital zur Verfügung gestellt. Nett, was?

Wir haben uns dort sehr gut aufgehoben gefühlt und können jedem, dessen Hund Gelenksprobleme hat, eine Fahrt nach Kamen nur empfehlen.

...to be continued...nächstes Jahr, nach dem Nachröntgen.

Düsseldorf, im Juli 2003